RUNDSTRECKENTROPHY ALS GELUNGENER SAISONSTART AM SALZBURGRING
Die Formel-1-Hoffnungen der Zukunft versammelten sich am Wochenende am Salzburgring. Die Formel 4 CEZ präsentierte Nachwuchsrennsport vom Feinsten auf der Traditionsrennstrecke am Fuße des Nocksteins.
Insgesamt 40 junge Fahrerinnen und Fahrer der Formel 4 CEZ, zertifiziert durch die FIA, reisten aus 17 Nationen an – mitunter auch Argentinien, Brasilien und die USA. Mit Renauer Motorsport war auch ein österreichisches Team vertreten. Aufgrund des großen Starterfeldes wurden die Rennen in mehrere Gruppen unterteilt. Sportlich dominierte Jenzer Motorsport: Das renommierte Schweizer Nachwuchsteam stellte die Sieger aller drei Rennen. Der Tscheche Max Karhan gewann einen Lauf, während sich der Deutsche Elia Weiss gleich zweimal durchsetzte – darunter auch im direkten Duell gegen Karhan. Die Teenager zeigten sich allesamt vom Salzburgring begeistert. Der Drittplatzierte David Walther aus Dänemark meinte: „Die Strecke ist vielleicht nur mit Monza vergleichbar, die Positionskämpfe sind ganz anders.“ Elia Weiss erklärte: „Der Salzburgring macht vor allem im Rennen viel Spaß. Durch den Windschatten kann sich selbst der Führende kaum absetzen.“ Auch Max Karhan war begeistert: „Ich bin im Vorjahr schon hier gefahren und habe mich sehr gefreut, wieder hier zu sein. Es ist unglaublich schnell!“
Großes Interesse galt auch den sechs gestarteten Fahrerinnen, darunter F1-Academy-Rennsiegerin Mathilda Paatz sowie Ella, die Tochter des zweifachen Formel-1-Weltmeisters Mika Häkkinen. Paatz belegte als bestplatzierte Frau einmal Rang fünf, Häkkinen wurde Neunte. Ella Häkkinens Fazit lautet: „Die Strecke und die Atmosphäre sind sehr, sehr cool – ‚old-fashioned‘. Die Schikanen machen mir am meisten Spaß, so etwas habe ich anderswo noch nicht gesehen.“ Das geplante finale Rennen der Formel 4 am späten Sonntagnachmittag konnte aufgrund von starkem Regen nicht mehr durchgeführt werden.
"Ich bin im Vorjahr schon hier gefahren und habe mich sehr gefreut, wieder hier zu sein. Es ist unglaublich schnell!"
Die modernen Tourenwagen der TCR Eastern Europe (zusammen mit der kroatischen Tourenwagen-Meisterschaft) standen im Rahmen der Rundstreckentrophy gleich dreimal in der Startaufstellung. Die ersten beiden Rennen entschied Adam Kout (Tschechien) im Hyundai Elantra N TCR für sich. Im dritten Lauf entwickelte sich ein intensives Duell mit Martin Kadlečík (Tschechien) im Audi RS3 LMS TCR, das jedoch nach einem Unfall von Kouts Teamkollegen Jiří Zbožínek vorzeitig entschieden wurde.
Kampfgeist bewies der österreichische Teilnehmer im Swift Cup Europe, Bastian Frischmann aus Tirol. Nach Problemen mit dem Turbolader im Qualifying wurde sein Fahrzeug über Nacht repariert. Im ersten Rennen lag er lange auf Rang zwei und kämpfte um den Sieg, ehe erneut Leistungsprobleme auftraten. Frischmann erklärte: „Mit Platz vier im Qualifying hatte ich eigentlich eine gute Ausgangsposition. Dann kamen wieder Leistungsprobleme – ich konnte nicht einmal den fünften Gang ganz ausdrehen.“ Aufgeben kam dennoch nicht infrage – die Plätze fünf und sechs sind unter diesen Umständen ein beachtliches Ergebnis. Die Rennsiege gingen an die Ungarn Ádám Mészáros und Balázs Hartmann.
In bester Markenpokal-Manier präsentierte sich der Clio Cup Bohemia mit 25 Fahrzeugen im Starterfeld. Im ersten Rennen setzte sich Bartek Mirecki (Polen) knapp vor dem amtierenden Meister Tomáš Pekař (Tschechien) durch. Auch im zweiten Lauf wurde teils zu zweit und zu dritt nebeneinander gefahren, mit dem besseren Ende für den Polen Julian Śmiechowski. Nicht minder spektakulär verlief das Rennen im Twingo-Cup. Die 75 PS starken Einheitsfahrzeuge boten packenden Nachwuchssport. Martin Tóth sicherte sich nach elf Runden den Sieg.
Der Salzburgring zeigte einmal mehr, warum er seit über 55 Jahren bei Fahrern und Fans weltweit beliebt ist. Gleichzeitig festigte die Rundstreckentrophy 2026 den Status des Salzburgrings als Rennstrecke für den Motorsportnachwuchs.
Weitere Saisonhighlights am Salzburgring 2026
6.6. Gaisbergrennen
9.–11.7. Electric Love Festival
26.7. Autoslalom (Salzburger Landesmeisterschaft)
2.8. Rad am Ring
8.–9.8. Motortag
16.8. Radeln für den guten Zweck
22.–23.8. Oldtimer-Festival
30.8. Ring Frei (Inlineskating)
4.–6.9. Motorsportfestival mit ADAC GT Masters
18.–20.9. Histo Cup Austria
Fotos (c) IGMS/Petr Fryba