1146415 matthias gumpold aus golling ist seit vier jahrzehnten als streckenposten i fancybox 1 Gf ZEU Zv1u Vp
28 Juni

Seit 40 Jahren Streckenposten

„es fasziniert mich immer noch“

Matthias Gumpold

1146415 matthias gumpold aus golling ist seit vier jahrzehnten als streckenposten i fancybox 1 Gf ZEU Zv1u Vp

Matthias Gumpold aus Golling ist seit mehr als vier Jahrzehnten auf den Rennstrecken dieser Welt im Einsatz. Am Wochenende ist er beim Grand Prix der Formel 1 am Red-Bull-Ring gefordert.

Der Formel-1-Grand-Prix am Red-Bull-Ring in Spielberg ist seit vielen Jahren die größte Sportveranstaltung Österreichs. Damit die Hunderttausenden Besucher in der Steiermark Max Verstappen, Lewis Hamilton, Kimi Antonelli und Co. ungestört zujubeln können, braucht es aber die Hilfe etlicher Personen, die nicht im Rampenlicht stehen. Eine Gruppe von ihnen sind die Streckenposten, die bei Motorsportveranstaltungen die Strecke absichern, über Flaggensignale mit den Piloten kommunizieren, verunfallte Fahrzeuge bergen und brennende Autos löschen. Die Arbeitstage beginnen mitunter bereits um 6.30 Uhr in der Früh und enden erst nach 20 Uhr. Beim Rennwochenende in Spielberg sind an diesem Wochenende mehr als 200 Streckenposten im Einsatz.

"Jetzt bin ich 40 Jahre dabei und es lässt mich nicht los."

Einer von ihnen ist der Salzburger Matthias Gumpold. Mit 66 Jahren zählt der Pensionist aus Golling zu den erfahrensten Streckenposten. „Ich war damals mit einem Freund von mir am Salzburgring und habe erfahren, dass sie Streckenposten suchen. Da ich von klein auf motorsportbegeistert bin, habe ich mir gedacht, dass ich das jetzt mache“, erzählt Gumpold, für den diese Arbeit die Möglichkeit war, Teil des Motorsports zu werden. „Ich persönlich hatte nie das Geld, um mir ein Rennauto oder irgendwas in die Richtung zu kaufen. Darum habe ich mich entschlossen, als Streckenposten zu dienen. Jetzt bin ich 40 Jahre dabei und es lässt mich nicht los. Es ist der Hammer, wenn man das ganze Drumherum sieht. Das fasziniert mich immer noch.“

1146416 matthias gumpold aus golling ist seit vier jahrzehnten als streckenposten i fancybox 1 Gf ZEV g To EXC

Umgang mit den Fahrern hat sich verändert

Besonders oft war Gumpold in den vergangenen vier Jahrzehnten am heimischen Salzburgring als Streckenposten im Einsatz. „Die Motorradrennen am Salzburgring waren ja die Hölle früher. Da waren so viele Leute, dass du in der Fahrerlagerkurve keinen grünen Fleck mehr gesehen hast“, erinnert sich der Tennengauer. Im Vergleich zu früher habe sich vor allem der Umgang mit den Fahrern verändert. „Früher sind die Piloten zu dir gekommen und haben teilweise mit dir gesprochen. Das war ein super Gefühl und auch eine Wertschätzung. Es ist schade, dass das nicht mehr vorkommt.“

Gumpold: „Das war irre“

Doch nicht nur der Umgang mit den Fahrern, sondern auch der Motorsport im Allgemeinen und damit auch die Arbeit der Streckenposten hätten sich im Lauf der Jahrzehnte massiv verändert. „Man muss viel mehr wissen. Früher sind wir auf Wegen an der Strecke gegangen, da hängen sie dich heute fast auf, wenn du das machst. Jetzt wird auch viel schneller abgebrochen, damals haben wir die Teile während des Rennens geborgen. Das war irre.“

1146417 matthias gumpold aus golling ist seit vier jahrzehnten als streckenposten i fancybox 1 Gf ZEW 2 MA Wl C

Als Streckenposten beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans

Eine der schönsten Erinnerungen ist für Gumpold sein Einsatz beim legendären 24-Stunden-Rennen in Le Mans. „Das war ein ganz besonderes Gefühl. Da glaubst du, du bist in einer anderen Welt.“ Doch der Salzburger musste sich im Laufe der Jahre auch immer wieder mit den Schattenseiten des Motorsports auseinandersetzen. „Beim Fischereihafen-Rennen in Bremerhaven ist es einmal zu einem tödlichen Unfall gekommen, bei dem ich dabei war“, sagt Gumpold, der sich als Streckenposten keinen Illusionen hingibt. „Motorsport ist gefährlich und jeder weiß, was er tut. Von uns kann es auch jemanden erwischen. Drei Kollegen von mir sind bei einem Unfall an der Strecke verstorben. Das war das Schlimmste für mich.“

1146418 matthias gumpold aus golling ist seit vier jahrzehnten als streckenposten i fancybox 1 Gf ZEV d2 Oe5 P

Gumpold denkt nicht ans Aufhören

Verarbeitet habe der Salzburger die negativen Erfahrungen in direkten Gesprächen. „Ich mache das so, dass ich mit meinen Kollegen darüber spreche. Dann ist das für mich erledigt.“ Ans Aufhören denkt Gumpold auch nach 40 Jahren noch lange nicht. „Solange ich kann, möchte ich das noch machen.“